Wettkampfmonitoring | i3-Intervallprogramm

Beispiele Wettkampfmonitoring Olympisches Boxen

 

Eine gute zeitliche Orientierung ist existenziell wichtig in Wettkämpfen. Verlässliche Zeitangaben helfen dem Sportler schwierige Situationen zu meistern. Mit dem Wettkampf- Monitoring kann der Trainer den zeitlichen Kampfverlauf übersichtlich geordnet verfolgen und bei Unterbrechungen dem Sportler genaue zeitbasierte taktische Anweisungen für die weitere Kampfgestaltung geben.

Das ist wichtig für Wettkämpfe, bei denen durch unsauberen Kampfverlauf, verletzungsbedingte oder technische Störungen die Runden durch Unterbrechungen um erhebliche Zeit überschritten werden. Verliert der Sportler die zeitliche Orientierung, teilt der Trainer dem Sportler die verbleibende Wettkampf/Rundenzeit mit. Dadurch kann der Sportler seine Kampfstrategie/individuelle Kampfkonzeption wieder auf die verbleibende Zeit einstellen.

 

1. ... der eigene Sportler liegt mit 2 Punkten gegen Ende der letzten Runde zurück.

Noch 25 sek. zu boxen. Dem eigenen Sportler gelingt ein Niederschlag (Treffer- Unterbrechung REGULÄR). Der Ringrichter stoppt den Kampf mit dem Kommando Stop! zählt den anderen Sportler bis 8 an und gibt den Kampf wieder frei. Noch 1 Punkt Rückstand. Die tatsächlich dabei verstreichende Zeit beträgt bis zur Wiederfreigabe des Kampfes durch den Ringrichter mit dem Kommando Box! dabei statt der 8 sec (zzgl. Toleranz 2-3 sek.) bis zur Wiederfreigabe des Kampfes jedoch 15 sek. Der eigene Sportler hat nur noch 10 sek. um entweder durch KO. oder durch das Setzen von eigenen Treffern doch noch den Sieg zu erringen. Kann man als Trainer hier konkret sagen: „ ...noch 10 Sekunden! “schafft es der Sportler noch, letzte Kräfte zu mobilisieren und seine individuelle Kampfkonzeption für diese 10 sek. auf bedingungslosen Angriff umzuschalten wird er den Sieg erkämpfen.

 

2. ... der eigene Sportler liegt mit 2 Punkten gegen Ende der letzten Runde vorn.

Noch 25 sec. zu boxen. Der eigene Sportler bekommt einen Niederschlag (Regulärer Treffer).Der Ringrichter stoppt den Kampf mit dem Kommando Stop! zählt den eigenen Sportler bis 8 an und gibt den Kampf, nachdem er sich von der Fortsetzungsfähigkeit des Sportlers überzeugt hat, wieder frei. Die tatsächlich dabei verstreichende Zeit beträgt bis zur Wiederfreigabe des Kampfes durch den Ringrichter mit dem Kommando Box! dabei statt der 8 sek. (zzgl. Toleranz 2-3 sek.) bis zur Wiederfreigabe des Kampfes jedoch 15 sek. Der eigene Sportler hat nur noch 10 sek. um den Punktevorsprung und damit den Sieg über das Rundenende zu retten. Kann man als Trainer hier konkret sagen: „ ...noch 10 Sekunden! “ schafft es der Sportler noch, letzte Kräfte zu mobilisieren und seine individuelle Kampfkonzeption auf Vermeidung von Schlagabtausch umzustellen um den Sieg zu retten.

 

3. ... der eigene Sportler liegt mit 1 Punkt gegen Ende der letzten Runde zurück.

Noch 25 sek. zu boxen. Der eigene Sportler setzt einen regulären Treffer der zu einer Platzwunde beim Gegner führt, die zunächst vom Ringrichter nicht bemerkt wird. Kurz darauf wird der Kampf durch das auftretende Bluten der Platzwunde (medizische Unterbrechung IRREGULÄR) mit dem Kommando Stop! unterbrochen, der Ringarzt geholt um die Verletzung zu begutachten und der Kampf dann wieder freigegeben. Die tatsächlich dabei verstreichende Zeit beträgt bis zur Wiederfreigabe des Kampfes durch den Ringrichter mit dem Kommando Box! dabei 55 sek. So hat der eigene Sportler nach Wiederfreigabe des Kampfes noch 25 sek. um entweder durch KO. oder durch das Setzen von eigenen Treffern den Sieg zu erringen. Kann man als Trainer hier konkret sagen: „ ... noch 20 Sekunden! “ schafft es der Sportler , konzentriert seine Kräfte zu mobilisieren und seine individuelle Kampfkonzeption für diese 20 sek. auf bedingungslosen Angriff umzuschalten.

 

4. ... der eigene Sportler liegt mit 1 Punkt gegen Ende der 2. Runde zurück.

Noch 15 sek. zu boxen. Der eigene Sportler bekommt einen Tiefschlag. Der Ringrichter stoppt den Kampf(Foul- Unterbrechung IRREGULÄR) mit dem Kommando Stop! zählt an bis 8. Er schickt den Gegner in die neutrale Ecke und gibt dem eigenen Sportler laut Wettkampfbestimmungen des DBV (mehr...) eine Erholungszeit (maximal 2 Minuten).Er gibt den Kampf nach 1 Minute und 12 Sekunden wieder frei. Der eigene Sportler hat die zeitliche Orientierung für die Runde verloren. Kann man als Trainer hier konkret sagen: „ ... noch 15 Sekunden! “ schafft es der Sportler seine individuelle Kampfkonzeption für diese 15 sek. wieder einzustellen, übersteht er diese schwierige Situation bestens.